Klimaschutz

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Kernenergie: Klimaschutz "vom Anfang bis zum Ende"
Kernkraftwerke sind Klimaschützer vom Anfang der Urangewinnung, über den Bau und Betrieb bis hin zu Entsorgung und Rückbau der Anlagen zur "Grünen Wiese".

Neben Wasser und Windenergie weist Kernkraft die mit Abstand geringsten CO2-Emissionen aller Energieträger auf, wie u.a. das Paul-Scherrer-Institut (PSI), Villingen/Schweiz, ermittelt hat. Das Forschungsinstitut hat die Nachhaltigkeit verschiedener Energiesysteme untersucht und festgestellt: Mit ihrer positiven Klimabilanz liegt die Kernenergie noch vor Energieträgern wie Photovoltaik, Geothermie und Biogas. Auch andere nationale und internationale Studien, beispielsweise vom Öko-Institut und der Europäischen Kommission, bestätigen die vergleichsweise geringe CO2-Freisetzung bei der Erzeugung von Nuklearstrom. Bezieht man den kompletten Lebenszyklus der Kernenergienutzung ein (u.a. Urangewinnung und -umwandlung, Wiederaufbereitung, Kraftwerksrückbau), sind die Treibhausgasemissionen mit 5 bis 33 Gramm CO2-Äquivalent pro erzeugter Kilowattstunde vergleichsweise gering. Zum Vergleich: Stromerzeugung auf Basis fossiler Energieträger wie Erdgas, Erdöl, Stein- oder Braunkohle, schlägt mit 399 bis 1.231 Gramm CO2 zu Buche (siehe Grafik).
Treibhausgasemissionen verschiedener Energieträger unter Berücksichtigung der Lebenszyklus-Analyse.
Treibhausgasemissionen verschiedener Energieträger unter Berücksichtigung der Lebenszyklus-Analyse. Quellen: PSI (2004, 2007); ILK (2004); IER (1997, 2000); EU (2007); Öko-Institut (2006)

Eine umfassende betriebswirtschaftliche Analyse aller wesentlichen Klimaschutztechnologien liefert die im September 2007 gemeinsam vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Unternehmensberatung McKinsey & Company veröffentlichte Studie "Kosten und Potenziale der Vermeidung von Treibhausgasemissionen in Deutschland". Sie kommt unter anderem zu dem Schluss, dass eine Vermeidung von mehr als 30 Prozent CO2 bis 2020 nur unter sehr hohem Kostenaufwand zu erreichen ist. Alternativ schlägt die Studie längere Laufzeiten bestehender Kernkraftwerke vor, mit denen sich zusätzlich 90 Millionen Tonnen CO2-Ersparnis pro Jahr erreichen und gleichzeitig die Vermeidungskosten um 4,5 Milliarden Euro pro Jahr verringern ließen.

Abkehr vom Scheuklappendenken
Angesichts der drängenden Klimaprobleme wird das Thema Kernenergie in den verschiedenen Gruppen der Gesellschaft zunehmend pragmatisch und vorurteilsfrei diskutiert. Dies gilt selbst für einstige Gegner der Kernenergie, wie etwa den Greenpeace-Mitbegründer Dr. Patrick Moore. Der Klimaexperte sieht in der Kernkraft heute ein zweckmäßiges Mittel zur Senkung der Treibhausgasemissionen bei gleichzeitiger Deckung der weltweit wachsenden Energienachfrage: "Ich habe erkannt, dass Kernenergie gemeinsam mit einer verstärkten Konzentration auf erneuerbare Energien unverzichtbar ist, wenn es darum geht, in Zukunft eine umweltverträgliche Stromerzeugung für Haushalte, Handel und Industrie bereitzustellen." Kernenergie könne sich als die Schlüssel-Energiequelle erweisen, die unseren Planeten vor den negativen Auswirkungen des Klimawandels schütze, so Moore.